{"id":1067,"date":"2013-02-20T20:16:52","date_gmt":"2013-02-20T20:16:52","guid":{"rendered":"http:\/\/historypressfaroeislands.com\/dansk\/"},"modified":"2013-02-20T20:16:52","modified_gmt":"2013-02-20T20:16:52","slug":"anmeldelse-af-norbert-b-vogt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/historypressfaroeislands.com\/dansk\/andre-udgivelser\/early-church-sites\/anmeldelse-af-norbert-b-vogt\/","title":{"rendered":"Anmeldelse af Norbert B. Vogt"},"content":{"rendered":"<p>Der d\u00e4nische Arch\u00e4ologe <strong>Steffen Stummann Hansen<\/strong>, der seit vielen Jahren auf den F\u00e4r\u00f6ern lebt und im Nationalmuseum in Hoyv\u00edk arbeitet, ist in den vergangenen Jahren durch mehrere B\u00fccher und zahlreiche Aufs\u00e4tze zur f\u00e4r\u00f6ischen Arch\u00e4ologie und Geschichte hervorgetreten. Zu seinen neuesten Arbeiten geh\u00f6ren drei Aufs\u00e4tze, in denen sich Stummann Hansen mit der Fr\u00fchgeschichte der F\u00e4r\u00f6er und den Beziehungen der F\u00e4r\u00f6er zu den Shetland-Inseln auseinandersetzt.<\/p>\n<p>Die Erhellung der Geschichte der F\u00e4r\u00f6er von der Landnahme biz zur Reformation ist ein schwieriges Unterfangen, da schriftliche Quellen f\u00fcr diese Zeit nur sp\u00e4rlich vorhanden sind und auch die Forschungsergebnisse zur materiellen Kultur noch viele Fragen offenlassen. Dies gilt auch f\u00fcr die Baugeschichte der Inseln, die f\u00fcr die Zeit vor der Reformation bisher noch nicht umfassend erforscht wurde. In seinem Aufsatz <strong>Early Church Sites in the Faroe Islands. A Survey &amp; a Discussion<\/strong> (in: Acta Archaeologica. Oxford, Bd. 82, 2011, S. 55-80) widmet sich Stummann Hansen einem wichtigen Aspekt der f\u00e4r\u00f6ischen Geschichte, analysiert Volks\u00fcberlieferungen sowie Erkenntnisse der arch\u00e4ologischen und der Ortnamensforschung, um die fr\u00fche Kirchentopographie und die religi\u00f6se Landschaft der F\u00e4r\u00f6er im Nordatlantischen Kontext zu erhellen.<\/p>\n<p>Stummann Hansen stellt zu Beginn seiner Arbeit fest, dass viele der noch im 19. Jhdt. sichtbaren Kirchenruinen und Friedh\u00f6fe mittlerweile durch \u00dcberbauung oder Landverlust durch Wellenschlag v\u00f6llig verschwunden sind, wenngleich diese Orte in der Volks\u00fcberlieferung und in Erkenntnissen fr\u00fcherer Grabungen fassbar blieben. Der wichtigste Ansatzpunkt f\u00fcr die Erforschung der fr\u00fchen Kirchengechichte sind jedoch Orts- oder Flurnamen, die auf eine religi\u00f6se Nutzung hinweisen, da sie den Namensbestandteil <em>b\u00f8nhus<\/em> (w\u00f6rtlich: Gebetshaus) enthalten. Nach einem konzisen Abriss der bisherigen Forschungen zum Thema pr\u00e4sentiert der Verfasser 36 Orte, an denen sich aller warscheinlichkeit Kirchenbauten befunden haben m\u00fcssen, wenngleich in einer Reihe von F\u00e4llen keine Baureste mehr vorhanden sind.<\/p>\n<p>Der Verfasser stellt weiter fest, dass die fr\u00fchen f\u00e4r\u00f6ischen Kirchenbauten Bautraditionen zeigen, die den in Island und Gr\u00f6nland gefundenen fr\u00fchen Kirchenbauwerken gleichen. Sowohl die f\u00e4r\u00f6ischen als auch die isl\u00e4ndischen und gr\u00f6nl\u00e4ndischen Kirchenbauten k\u00f6nnen bis auf das sp\u00e4te 10 Jhdt. datiert und als Privat- oder Eigenkirchen charakterisiert werden. Einige der f\u00e4r\u00f6ischen Kirchensitze scheinen sich von den isl\u00e4ndischen und gr\u00f6nl\u00e4ndischen dadurch zu unterscheiden, dass sie entweder auf h\u00f6hergelegenem Gel\u00e4nde, relativ weit von einer Siedlung entfernt, gebaut wurden oder eine wesentlich gr\u00f6\u03b2ere Einfriedung aufwiesen. W\u00e4hrend die isl\u00e4ndischen, gr\u00f6nl\u00e4ndischen und die Mehrzahl der f\u00e4r\u00f6ischen Kirchensitze bezogen auf ihr Gesamtareal einen Durchmesser von 13-30 m hatten, weisen einige f\u00e4r\u00f6ische Kirchen weitaus gr\u00f6\u03b2ere eingefriedete Fl\u00e4chen auf. Stummann Hansen zieht daraus den Schluss, dass hier irische Kirchenbautraditionen \u00fcberlebt haben, dit mit fr\u00fchen Siedlern auf die Inseln gelangten.<\/p>\n<p>Der Verfasser schlie\u03b2t seine Lesenwerte gut illustrierte und mit einem umfangsreichen Literaturverzeichnis versehene Arbeit mit der Feststellung, dass weitere Ausgrabungen dringend erforderlich sind, um die f\u00e4r\u00f6ische Geschichte von der Landnahme bis zur Reformation weiter zu erhellen. Dem kann nur zugestimmt werden, Gleiches gilt im \u00dcbrigen auch f\u00fcr die fr\u00fche Neuzeit, da auch deren Geschichte trotz reichlicher sprudelnden Schriftquellen intensiver arch\u00e4ologischer Erforschung bedarf.<\/p>\n<p>In zwei Aufs\u00e4tzen befasst sich Stummann Hansen mit den Kontakten zwischen den F\u00e4r\u00f6ern und den Shetland-Inseln. In <strong>Governor Pl\u00f8yen and Captain Cameron Mouat<\/strong> (in: The New Shetlander. Lerwick, No. 257, 2011, 23-33) beschreibt der Verfasser die Beziehungen des damaligen f\u00e4r\u00f6ischen Amtmanns Christian Pl\u00f8yen zu dem Shetlander Cameron Mouat. Pl\u00f8yen, der 1830 in das Amt des f\u00e4r\u00f6ischen Vogtes (<em>f\u00fati<\/em>) \u00fcbernahm, interessierte sich in ungew\u00f6hnlichem Ma\u03b2e f\u00fcr die Geschichte und Kultur der F\u00e4ringer, erlernte die Sprache und tat alles, was in seiner Kraft Stand, die F\u00e4ringer zu f\u00f6rdern. 1837 wurde er zum d\u00e4nischen Amtmann auf den F\u00e4r\u00f6ern ernannt, gleichzeitig \u00fcbernahm er das Amt des Kommandanten der kleinen T\u00f3rshavner Garnison. Im Sommer 1839 unternahm Pl\u00f8yen eine ber\u00fchmt gewordene Reise zu den Shetland-Inseln, auf der ihn drei F\u00e4ringer begleiteten. Ziel der Reise war, die Lebens- und Wirtschaftsweisen der Shetlander zu studieren und herauszufinden, in welcher Weise die f\u00e4r\u00f6ische Landwirtschaft, die Fischerei und der Handel von den fortgeschritteneren Shetlandern lernen k\u00f6nnten. Folgen der Reise, \u00fcber die Pl\u00f8yen ein beachtenswertes Buch schrieb (<em>Erindringer fra en Reise til Shetlands\u00f8erne, \u00d8rken\u00f8erne og Skotland i Sommeren 1839<\/em>, Kopenhagen 1840; 1894 erschien eine englische \u00dcbersetzung), waren u.a. die Einf\u00fchrung der Langleinen-Fischerei, des shetlandischen Torfspatens und shetlandischer Saatkartoffeln auf den F\u00e4r\u00f6ern. Pl\u00f8yen, der bis 1848 als Amtmann auf den F\u00e4r\u00f6ern blieb, sp\u00e4ter Amtmann in Holb\u00e6k wurde und 1867 starb, war der wohl beliebteste Amtmann auf den F\u00e4r\u00f6ern und wird bis heute in Ehren gehalten. Stummann Hansen beschreibt in seinem o.g. Aufsatz nicht nur die Reise Pl\u00f8yens, sondern auch seine pers\u00f6nlichen Beziehungen zu Shetlandern, unter ihnen Captain Cameron Mouat, mit dem ihm ein gro\u03b2es Interesse an Altert\u00fcmern verband und mit dem er \u00fcber viele Jahre in Kontakt blieb. Stummann Hansens Arbeit bietet neben der Beschreibung der Erfahrungen der Shetlands-Reise und der Rolle, die Pl\u00f8yen als Altertumsforscher spielte (Pl\u00f8yen stand in regem Kontakt mit dem d\u00e4nischen Gelehrten Carl Christian Rafn, <em>dem<\/em> Pionier der skandinavischen Altertumsforschung), eine konzise und lesenswerte Kurzbiographie eines weit \u00fcber das normale Ma\u03b2 hinaus engagierten, beliebten und erfolgreichen d\u00e4nischen Beamten, der von den F\u00e4ringern bis heute in Ehren gehalten wird.<\/p>\n<p>In einem weiteren Aufsatz mit dem Titel <strong>In the footsteps of Governor Pl\u00f8yen: a Danish-Faroese visit to Shetland in 1899<\/strong> (in: The New Shetlander. Lerwick, Nr. 259, 2012, S. 25-28) widmet sich Stummann Hansen einer Reise, die 1899 zwei Landwirtschaftexperten, den D\u00e4nen Peter Berend Feilberg und den F\u00e4ringer Rasmus Christoffer Effers\u00f8e, zu den Shetland-Inseln f\u00fchrte. Ziel dieser Reise war das Studium der landwirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse und Techniken auf den Shetlands, wobei Effers\u00f8e seine Erkenntnisse auf den F\u00e4r\u00f6ern umzusetzen versuchte.<\/p>\n<p>Die beiden Aufs\u00e4tze und viele weitere interessante Arbeiten Stummann Hansens finden sich z.T. als pdf-Dateien auf der empfehlenswerten Homepage des Verfassers, <em>www.historypressfaroeislands.com<\/em>.<\/p>\n<p>Norbert B. Vogt in <em>Tjaldur. Mitteilungsblatt des Deutsch-F\u00e4r\u00f6ischen Freundeskreise e. V. T\u00fdskt-F\u00f8royskt Vinafelag<\/em>. Nr. 47\/48\/49, p. 267-268. M\u00fclheim\/Ruhr 2012.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der d\u00e4nische Arch\u00e4ologe Steffen Stummann Hansen, der seit vielen Jahren auf den F\u00e4r\u00f6ern lebt und im Nationalmuseum in Hoyv\u00edk arbeitet, ist in den vergangenen Jahren durch mehrere B\u00fccher und zahlreiche Aufs\u00e4tze zur f\u00e4r\u00f6ischen Arch\u00e4ologie und Geschichte hervorgetreten. 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