{"id":1055,"date":"2013-02-20T19:46:21","date_gmt":"2013-02-20T19:46:21","guid":{"rendered":"http:\/\/historypressfaroeislands.com\/dansk\/"},"modified":"2013-02-20T19:46:21","modified_gmt":"2013-02-20T19:46:21","slug":"anmeldelse-af-norbert-b-vogt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/historypressfaroeislands.com\/dansk\/andre-udgivelser\/toftanes-en-vikingetidsgard-i-leirvik\/anmeldelse-af-norbert-b-vogt\/","title":{"rendered":"Anmeldelse af Norbert B. Vogt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Steffen Stummann Hansen: Toftanes \u2013 a Viking-Age Farmstead in Leirv\u00edk<\/strong><\/p>\n<p>Leirv\u00edk, Bygdasavni\u00f0 Gamli Sk\u00fali \/ Steffen Stummann Hansen, 2005 [2008], 52 S., ISBN 99918-3-176-2<\/p>\n<p>Der an der Ostk\u00fcste der Insel Eysturoy gelegene Ort Leirv\u00edk, der F\u00e4r\u00f6ertouristen heute vor allem durch den untermeerischen Tunnel nach Klaksv\u00edk bekannt ist, der hier seinen Ausgangspunkt hat, geh\u00f6rt zu den \u00e4ltesten Siedlungen der F\u00e4r\u00f6er. Leirv\u00edk hat aber noch einen zweiten Tunnel, den 1985 in Betrieb genommenen Leirv\u00edkartunnil, der den Hausberg von Leirv\u00edk, den Ritufjall, durchschneidet und das Dorf mit dem westlich gelegenen G\u00f8tudalur verbindet. Im Zusammenhang mit den Tunnelarbeiten und den Stra\u00dfenbauarbeiten im Ort wurden 1982 Ausgrabungen in Toftanes, einem der drei alten Siedlungskerne Leirv\u00edks, vorgenommen, da die neue Stra\u00dfe vom Tunnelmund zum Leirv\u00edker Hafen direkt durch die alte Gemarkung f\u00fchren sollte. Die als Bergungsgrabung begonnenen Arbeiten, die lediglich dazu bestimmt waren, eventuell auftauchende Fundst\u00fccke zu sichern, enth\u00fcllten bald die Fundamente eines wikingerzeitlichen Bauernhofes, die in den Jahren 1982 bis 1987 aufwendig freigelegt und f\u00fcr die Nachwelt gesichert wurden.<\/p>\n<p>Die Grabung von Toftanes war die erste, mit der der Versuch unternommen wurde, anhand der vorgefundenen Artefakte ein vollst\u00e4ndiges Bild der Funktionsweise eines wikingerzeitlichen Hofes und der Lebensweisen seiner Bewohner zu entwerfen. So gewann man ein klareres Bild der Fr\u00fchgeschichte der F\u00e4r\u00f6er, die aufgrund mangelnder Schriftquellen bis dato nur unzureichend erforscht werden konnte. Der damalige Leiter der Ausgrabungen, der d\u00e4nische Arch\u00e4ologe Steffen Stummann Hansen, ver\u00f6ffentlichte in den letzten zwanzig Jahren zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten \u00fcber die Auswertung der Funde von Toftanes und ist der ma\u00dfgebliche Experte f\u00fcr die Grabung und ihre Erkenntnisse. F\u00fcr das Ortsmuseum in Leirv\u00edk, Bygdasavni\u00f0 Gamli Sk\u00fali, stellte Stummann Hansen 2005 ein B\u00fcchlein zusammen, in dem er die bisher gesammelten Erkenntnisse \u00fcber die Wikingersiedlung Toftanes zusammenfasste. <em>Toftanes \u2013 a Viking-Age Farmstead in Leirv\u00edk<\/em> erschien mit einiger Versp\u00e4tung in diesem Jahr in Leirv\u00edk.<\/p>\n<p>Stummann Hansen beginnt seine Darstellung mit einem kurzen \u00dcberblick \u00fcber die Topographie Leirv\u00edks und die heutige Besiedlung. Im folgenden Kapitel (The Viking-Age Farmstead, S. 10-14) werden die Wohn- und Wirtschaftsgeb\u00e4ude des Wikingerhofes vorgestellt, so dass der Leser einen Einblick in den damaligen baulichen Zustand gewinnt. Die Kapitel 3 und 4 (The Artefact Assemblage, S. 15-28, und The Toftanes Environment in the Viking Age, S. 29-37) befassen sich mit den Artefakten der Ausgrabung (u.a. Schmuck, Werkzeug-, Ger\u00e4t- und Gef\u00e4\u00dffragmente, organische Reste wie Saaten und K\u00e4fer). Hier gelingt es Stummann Hansen, ein sehr lebendiges Bild von den Lebens- und Wirtschaftsverh\u00e4ltnissen der Bewohner des Hofes in Toftanes zu liefern, das mit zahlreichen anschaulichen Illustrationen wie Fotografien, Rekonstruktionspl\u00e4nen der Geb\u00e4ude, vermutlicher Lage des Hofes im Umland u.\u00e4. bereichert und erg\u00e4nzt wird. Im 5. Kapitel, Christian Vikings at Toftanes? (S. 38-41) stellt der Verfasser die beiden Holzkreuze vor, die in den \u00e4ltesten Siedlungsschichten der Ausgrabung gefunden wurden, aus dem 10. Jhdt. stammen d\u00fcrften und damit Anlass zu der Vermutung geben, dass die fr\u00fchen Siedler der F\u00e4r\u00f6er bereits vor dem Jahr 1000 \u2013 zumindest teilweise \u2013 den christlichen Glauben angenommen hatten. Dies steht im Gegensatz zu den Ausf\u00fchrungen der F\u00e6reyinga saga, nach denen die F\u00e4ringer erst um das Jahr 1000 christianisiert wurden. Die beiden Kreuze von Toftanes sind die \u00e4ltesten bisher bekannten Kreuze im n\u00f6rdlichen Teil des Wikingerreiches und daher nicht nur f\u00fcr die Erforschung der f\u00e4r\u00f6ischen Fr\u00fchgeschichte von \u00fcberragender Bedeutung. Ihr Fund in Toftanes st\u00fctzt auch die von Arch\u00e4ologen und Linguisten ge\u00e4u\u00dferte Vermutung, dass die F\u00e4r\u00f6er nicht nur von Westnorwegen, sondern auch von Irland aus besiedelt wurden. F\u00fcr diese These sprechen auch einige weitere Artefakte der Grabungen. Stummann Hansen schlie\u00dft sich dieser Vermutung an und geht davon aus, dass die F\u00e4r\u00f6er bereits in der fr\u00fchesten Phase ihrer Besiedlung im sp\u00e4ten 9. \/ fr\u00fchen 10. Jhdt. auch von Christen besiedelt wurden (Kapitel 6: Where did the Settlers at Toftanes originate from?, S. 42-43). Ein Abriss der nachwikingerzeitlichen Entwicklung der Siedlung Toftanes und eine hilfreiche Bibliographie beschlie\u00dfen den Band.<\/p>\n<p>Steffen Stummann Hansen gelang mit seinem schmalen, aber gehaltvollen und im besten Sinne popul\u00e4rwissenschaftlichen B\u00fcchlein eine gut lesbare, spannende Einf\u00fchrung in die f\u00e4r\u00f6ische Fr\u00fchgeschichte, die neugierig macht auf weitere Erkenntnisses und Entdeckungen. Das letzte Wort \u00fcber die f\u00e4r\u00f6ische Fr\u00fchgeschichte ist noch lange nicht geschrieben, da viele arch\u00e4ologisch bedeutsame Fundst\u00e4tten zwar bekannt sind, aber noch nicht ausgegraben wurden. Auf deren Ausgrabung und Auswertung darf man mit Recht gespannt sein.<\/p>\n<p>Norbert B. Vogt in <em>Tjaldur. Mitteilungsblatt des Deutsch-F\u00e4r\u00f6ischen Freundeskreise e. V. T\u00fdskt-F\u00f8royskt Vinafelag<\/em>. Nr. 41, p. 108-109. M\u00fclheim\/Ruhr 2008.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steffen Stummann Hansen: Toftanes \u2013 a Viking-Age Farmstead in Leirv\u00edk Leirv\u00edk, Bygdasavni\u00f0 Gamli Sk\u00fali \/ Steffen Stummann Hansen, 2005 [2008], 52 S., ISBN 99918-3-176-2 Der an der Ostk\u00fcste der Insel Eysturoy gelegene Ort Leirv\u00edk, der F\u00e4r\u00f6ertouristen heute vor allem durch &hellip; <a href=\"https:\/\/historypressfaroeislands.com\/dansk\/andre-udgivelser\/toftanes-en-vikingetidsgard-i-leirvik\/anmeldelse-af-norbert-b-vogt\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":24,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1055","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/historypressfaroeislands.com\/dansk\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1055","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/historypressfaroeislands.com\/dansk\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/historypressfaroeislands.com\/dansk\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/historypressfaroeislands.com\/dansk\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/historypressfaroeislands.com\/dansk\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1055"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/historypressfaroeislands.com\/dansk\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1055\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/historypressfaroeislands.com\/dansk\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/24"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/historypressfaroeislands.com\/dansk\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1055"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}